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Wachsende Gemeinde in Kettwig
Der 2. Juli 1977 wird in der Geschichte der Pfarrgemeinde St. Peter in Essen-Kettwig eine besondere Bedeutung haben. An diesem Tage beginnt ein neuer Abschnitt in der Entwicklung der Gemeinde: Das Gemeindezentrum in Kettwig Auf der Höhe ist vollendet, und das neue Gotteshaus wird auf den Namen des heiligen Apostels Matthias geweiht. Der alten Geschichte der Gemeinde wird ein neues Kapitel angefügt.
Wann die Gemeinde in Kettwig gegründet ist, weiß heute niemand zu sagen. 1052 wird der Name Kettwig (Katuuik == Katwik) erstmals in einer Urkunde erwähnt. 1199 bestätigt Papst Innozenz III. Abt Heribert II. von Werden, daß Kettwig der Benediktinerabtei St. Liudgers, nur wenige Kilometer ruhraufwärts, zinspflichtig ist. 1372 wird in den Urkunden die Kirche, und 15 Jahre später wird auch das Kirchspiel erwähnt. Ende des 14. Jahrhunderts hat auch Graf Engelbert von der Mark die St.-Sebastianus-Kapelle im Armenhospital gestiftet, die Kapelle, die den Katholiken blieb, als im Jahre 1602 die Gemeinde zum evangelischen Glauben übertrat und die alte St.-Peters-Kirche der neuen Konfession diente.
Als das Kloster in Werden durch die Säkularisation 1803 aufgehoben wird, beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Gemeinde. Gemeinsam mit Beda Savels, dem letzten Abt von Werden, betreibt der Werdener Landrichter Müller den Bau einer größeren Kapelle in Kettwig. Um das Geld dafür aufzubringen, verkauften die Werdener Mönche das 90 Pfund schwere, von Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg 1681 gestiftete silberne Brustbild Sankt Liudgers. Am Peter- und Pauls-Fest 1806 wird die Kapelle geweiht, und zwei Tage später übernimmt der letzte Prior des Werdener Klosters, Petrus Matthias Bonifatius Berens, die Gemeinde. Ist es nur ein Zufall, daß er die beiden Vornamen Petrus und Matthias trägt? 25 Jahre später wird die heutige, soeben völlig restaurierte Peters-Kirche geweiht.
Kettwig bleibt über ein Jahrhundert das kleine Städtchen, das mehr bekannt ist durch seine idyllischen alten Stadtansichten als durch seine Tuchmacherindustrie. Nur ganz langsam wächst die Gemeinde. Erst in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts gibt es einen neuen Aufschwung.
Die kommunale Neugliederung kommt ins Gespräch. Essen meldet den Anspruch auf Kettwig an. Kettwig kontert. Das Stadtparlament beschließt, auf einem 42 Hektar großen bisher landwirtschaftlich genutzten Gelände an Nordhang des Ruhrtales Wohnungen zu bauen und Gewerbe anzusiedeln. In den insgesamt 2000 Wohnungseinheiten sollten 6000 Menschen angesiedelt werden. Damit, so meinte der Stadtrat von Kettwig, könnte die Stadt auf 30000 Einwohner wachsen, genug, um dem Eingemeindungswunsch des benachbarten Großstadtriesen zu entgehen. Die Wohnungen entstanden, die Eingemeindung kam dennoch.
Die Kirche will den Menschen nahe sein. Wo immer Menschen wohnen, will die Kirche unter ihnen präsent sein. So ist es selbstverständlich, daß sich die Kirche bemüht, in dem Neubaugebiet Kettwig Auf der Höhe ein Gemeindezentrum zu errichten.
Sowohl für die evangelische Gemeinde als auch für die katholische werden in dem Gebiet Grundstücke für kirchliche Zwecke ausgewiesen. Die Gemeinden erwerben die Grundstücke und fangen an zu planen. Bald ist Baubeginn für das katholische Gemeindezentrum. Was in langen Jahren der Planung und Baubetreuung gewachsen ist, soll nun den Menschen in dem neuen Siedlungsgebiet dienen. Das Gemeindezentrum St. Matthias soll ihnen eine geistige Heimat werden.
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