Kirchen in Kettwig
St. Peter

Die klassizistische Pfarrkirche wurde 1830 eingeweiht. Sie ist das erste Gotteshaus der Kettwiger Katholiken nach der Reformation. Zuvor wurden die Gläubigen von der Abteikirche in Werden betreut. Der markante Kirchturm prägt zusammen mit dem mittelalterlichen Turm der alten Peters- und jetzigen evangelischen Kirche das schöne Panorama Kettwigs über der Ruhr. Bemerkenswert im Inneren sind der barocke Hochaltar aus dem Katharinenkloster Gerresheim sowie die Klais-Orgel von 1982, in die ein historisches Orgelwerk integriert ist.

Die Pfarrgemeinde St. Peter in Essen-Kettwig bildet zusammen mit den Gemeinden St. Joseph in Kettwig vor der Brücke und St. Laurentius in Mühleim-Mintard einen Pfarrverband und zugleich den nördlichsten Zipfel der Erzdiözese Köln. Kettwig gehört erst seit 1975 zur Großstadt Essen. Mit der kommunalen Neuordnung wurden die Bistumsgrenzen jedoch nicht mehr verändert.

Zum Pfarrverband gehören rund 8.300 Katholiken.

Für die ganz Interessierten stellen wir hier ausführliche Berichte über die Entstehung der Kirchenbauten der katholischen Kirchengemeinde in Kettwig, rechts der Ruhr vor .

Wir beginnen mit der ältesten Kirche St. Peter. Wir haben dafür die Festschrift der
“150 Jahrfeier - 1830 / 1980 St.-Peter-Kirche”
verwendet.
Die Texte stammen von: Wilhelm Bettecken.

Zeittafel der Pfarrgemeinde St. Peter

Vorgeschichte
bis zur Reformation

Pfarrgründung /-Entwicklung
 19. u. 20. Jahrhundert

Die Nachkriegszeit

Zeitabschnitte

19. 5. 1199

Erste Erwähnung von Kettwig. Papst Innozenz III. bestätigt Abt Heribert II. von Werden den Zehnten von Kettwig

1372

Erwähnung einer eigenen Kirche

1387

Kettwig als Kirchspiel erwähnt

Ende 14. Jahrh.

Stiftung der Hospitalkapelle (Hospiz für Fremde und Arme) durch den Grafen Engelbert von der Mark. Der Geistliche war dem Pfarrer an der Werdener Klemenskirche zugeordnet

Ende 16. Jahrh.

Einzug reformatorischer Ideen durch Pfarrer Hermann Kremer

1609

am Fronleichnamstag Übertritt der Gemeinde unter Pfarrer Johann Grimhold, Neffe des Abtes Anton Grimhold in Werden, zum Reformierten Glauben. Die Peters-Kirche wird Kirche der Reformierten Gemeinde

6. 6. 1802

Der preußische König erklärt, die Stifte Werden und Essen werden in das Königreich Preußen einverleibt.

3.8. 1802

Preußische Armeeeinheiten besetzen Werden und Essen

25. 2. 1803

Die Reichsdeputation enteignet im Reichsdeputationshauptschluss alle ehemals Geistlichen Territorien rechts des Rheins

18. 6. 1803    

Reskript König Friedrich Wilhelms zur Sicherstellung der Seelsorge. Eine Kaplansstelle für Kettwig wird geschaffen

18.6.1803

Der ehemalige Konventuale Viehoff wird für Kettwig ernannt

26.9.1804

Antrag durch Landrichter Müller an Kriegs- und Domänenkammer: Es soll ein Grundstück von zwei Morgen Größe gekauft werden

20.5.1805

Genehmigung zum Grundstückskauf erteilt

1.6.1806

Nachdem der Exkonventuale Viehoff Verzicht geleistet hat, Ernennung des früheren Werdener Priors Bonifaz Berens zum Seelsorger in Kettwig

29.6.1806

Segnung der umgebauten Fabrik als erste Kirche

7.5.1811

Antrag von Bonifaz Berens, Kettwig aus der Muttergemeinde Werden auszugliedern

12.5.1812

Wiederherstellung der Pfarrei Kettwig und Ernennung eines Pastors

1823

Erwerb eines eigenen Friedhofes an der Brederbachstraße

10.10.1823

Antrag von Pastor Berens an den Werdener Bürgermeister: Wir brauchen eine neue, dauerhafte Kirche. Vorlage der Pläne von Baumeister Kleinhans. Abgelehnt.
Anschließend Auftrag an Bau-Inspector von Gloeden

19.10.1826

Grundsteinlegung

19.10.1830

Segnung der Kirche durch Pfarrer Berens.
Kirchenpatron St. Peter

24.1.1833

Pfarrer Berens stirbt.
Beigesetzt auf dem Friedhof an der Brederbachstraße

1833

Anton Bosenius zum Nachfolger ernannt. Seit 1822 bereits als „Hülfskaplan" in Kettwig tätig.

10. 2. 1844

Die  Katholiken  der  Gemeinde  Raadt (Bürgermeisterei Mülheim) werden der Pfarrei Kettwig zugeteilt

1844

Errichtung eines neuen Schulhauses

14. 10. 1857

Einzug der Armen Dienstmägde Jesu Christi in Kettwig

8. 10. 1867

Tod von Pfarrer Bosenius. Beerdigt auf dem Friedhof an der Brederbachstraße

30. l. 1868

Ernennung von Franz Kornelius Hubert Huthmacher zum Pfarrer

1869

Neuer Friedhof an der Essener Straße

1880

Bau des neuen Pfarrhauses

1886

Vollendung des Kirchturmes

13. 3. 1892

Pfarrer Huthmacher verläßt Kettwig und übernimmt die St.-Lambertus-Gemeinde in Rellinghausen (Essen)

21. 3. 1892

Ernennung von Pfarrer Peter Josef Wilhelm Rosauer

4. 9. 1892

Erstmals Firmung in Kettwig. Bis dahin mußten die Kettwiger Firmlinge immer nach Werden gehen

1893

Einzug in die neuerbaute Katholische Volksschule mit sechs Schulräumen

29. 3.—7. 4. 1896

Erste Volksmission in Kettwig

1905

Erweiterung des Friedhofes an der Essener Straße um 67 ar 61 qm

1906

Anschaffung von vier neuen Glocken aus der Glockengießerei Petit & Edelbrock, Gescher/Westfalen

1907

Bau des St.-Josef-Pflegeheimes

1909

Neue Kirchenfenster von Glasmaler Sebastian Schieren, Köln

1909

Neue Orgel von Orgelbauer Ernst Seifert, Köln, 27 Register

1909

Ausmalung der Kirche durch Kunstmaler W. Goldkuhl, Wiedenbrück

19. l. 1912

Pfarrer Rosauer wird Dechant des Dekanates Werden

18. 6. 1915

Pfarrer Rosauer zum Päpstlichen Ehrenkämmerer ernannt

29. 5. 1917

Pfarrer Rosauer in Bonn gestorben, auf dem Friedhof an der Essener Straße beerdigt

25. 7. 1917

Pfarrer Karl Oberempt wird zum Nachfolger ernannt

11. 5. 1920

Pfarrer Oberempt muß aus Krankheitsgründen Kettwig verlassen, übernimmt St. Laurentius, Mintard

18. 5. 1920

Heinrich Melcher nach Kettwig berufen, zunächst als Pfarrverwalter, dann ab

25. 6. 1920

Pfarrer

11. 7. 1920

Einführung von Pfarrer Melcher durch den Werdener Dechanten Wilhelm Classen, Kray

25. 12. 1920

Erster Gottesdienst für die Katholiken der Gemarkung Mülheim-Raadt in Haus Bethanien (Städtische Krankenanstalten)Seitdem — mit Hilfe von Pastor Konrad Jakobs, Mülheim — regelmäßig Gottesdienst, ab 1927 in umgebauter kleiner Schmiede

1921

Wiederaufnahme der Fronleichnams-Prozession seit dem Übertritt der Gemeinde am Fronleichnamstag 1609

1922/23

Pfarrhaus hat während der französischen Ruhrbesetzung mehrfach Einquartierung durch französische Offiziere

22. l. 1925

Neues Geläut für die im Ersten Weltkrieg beschlagnahmten Bronceglocken bei Petit & Edelbrock, Gescher, gegossen

1927

im Sommer Baubeginn des Erweiterungsbaues des St.-Joseph-Hauses

l. 7. 1928

Erweiterungsbau des St.-Joseph-Hauses eingeweiht

6. 11. 1929

Pfarrer Melchers übernimmt Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Essen-Huttrop

13. 12. 1929

Pfarrer August Heimbach ernannt (mit Wirkung vom l. l. 1930)

12. l. 1930

Einführung  des  neuen  Pfarrers  durch Dechant Oster

15. 5. 1930

Eingemeindung von Laupendahl und Mintard nach Kettwig. So hat Kettwig nun zwei weitere Pfarreien: St. Joseph, vor der Brücke, und St. Laurentius, Mintard

12.—19.10. 1930

Hundertjahrfeier der Kirche mit Abt Dr. Laurentius Zeller von St. Matthias in Trier

31. 12.1930

Die drei Kettwiger Pfarreien werden aus dem Dekanat Werden (1929 nach Essen eingemeindet) herausgelöst und ins Dekanat Ratingen eingegliedert

29. 6.1931

Grundsteinlegung Kapelle Maria im Maien an der Pierburg

22. 5.1932

Einweihung der Kapelle Maria im Maien (Dreifaltigkeitssonntag)

Anfang 1936  

Weggang von Pfarrer Heimbach

15. 8. 1937

Einführung von Pfarrer Dr. Josef Eiben durch Dechant Hilburg, Ratingen

3. 3. 1938

Priesterweihe von Johannes Kehlenbach im Kölner Dom

1. l. 1941

Pfarrbücherei mußte nach 80 Jahren ihre Arbeit einstellen. Die Räume wurden von der Gestapo versiegelt

26. l. 1941

Von da ab durfte, wenn nachts Fliegeralarm war, der erste Gottesdienst nicht vor 10 Uhr anfangen. Die Abendmesse wird eingeführt

14. 5. 1942

Abgabe der beiden größten Glocken und der Glocke von Maria im Maien für Kriegszwecke. Demontage am Christi-Himmelfahrts-Tage

11. 4. 1945

Besetzung von Kettwig durch die Amerikaner

3. 6. 1945

Wieder Fronleichnamsprozession, die von 1941 ab verboten war

13. 7. 1945

Wiedereröffnung der Pfarrbücherei

7. 5. 1946

Wiedereröffnung der Katholischen Volksschule. 93 Prozent aller katholischen Kinder wurden dafür angemeldet

28. 9. 1947

Besuch des Erzbischofs, Kardinal Joseph Frings, in St. Peter aus Anlaß der 75-Jahr-Feier des Kirchenchores St. Cäcilia

3. 10. 1948

Festhochamt zur Wiederherstellung der im Kriege beschädigten Kirche

2. 6. 1950

Wiedereröffnung des Vcreinshauses „Haus Junker"

15. 8. 1951

Hundertjahrfeier der Ordensgcnossenschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi, Mutterhaus Dernbach/Westerwald

29. 9. 1951

Eröffnung eines Jugendheimes, unter fachlicher Anleitung in Selbsthilfe erstellt (mit Übernachtungsmöglichkeiten für wandernde Kolpingsöhne)

17. 5. 1953

Glockenweihe durch Dechant Veiders. Vier Gußstahlglocken vom Bochumer Verein

20. 10. 1957

Hundertjähriges Bestehen des St.-Josephs-Hauses.

1958

Kauf der Villa Scheidt an der Ruhrstr. Für Kindergarten und Kaplanswohnung

22.10.1960

Plötzlicher Tod von Pfarrer Elben. Die Beisetzung erfolgte auf dem Friedhof Essener Str. (heute Corneliusstr.)

26.3.1961

Einführung von Pfarrer Franz Kappert

1961

Vollständige Renovierung der der Kirche und Wiederherstellung im klassizistischen Stil

30.6.1962

Konsekration der Kirche nach 132 Jahren

1963

Kauf des Vereinshauses „Haus Junker“

1965

Beginn der Planung für das neue Pfarrzentrum

2.2.1970

Pastor Kappert lässt sich aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzen

19.7.1970

Einführung von Pfarrer Nikolaus Adamek

4. 10. 1970

Einweihung des neuen Pfarrzentrums an der Bismarckstraße („Petershof")

10. 2. 1972

Verzicht des Pfarrers Adamek auf seine Pfarrstelle

23. 4. 1972

Einführung von Pfarrer Gerd Steinberger durch Dechant Roth, Ratingen, 1965 als Spätberufener zum Priester geweiht

18. 6. 1972

Beschluß des Kirchenvorstandes über den Kauf eines Grundstückes für den Bau einer Kirche mit Gemeindezentrum in Kettwig-Nord, heute “Auf der Höhe”

6. 10. 1972

Feier des lOOjährigen Bestehens des Kirchen chores mit einer Festwoche.

4. 1. 1973

Gaststätte „Petershof" im Pfarrzentrum eröffnet

3. 2. 1975

Baubeginn im Gemeindezentrum Kettwig-Nord mit dem ersten Spatenstich. Bauplanung : Professor Gottfried Böhm

7. 9. 1975

Beginn Restaurierung der St.-Peter-Kirche

29. 6. 1976

Eröffnung des Kindergartens an St. Matthias

9. 10. 1976

Eröffnung des Gemeindezentrums an St. Matthias

28. 11. 1976

Wiedereinzug in die restaurierte Kirche St. Peter

2. 7. 1977

Weihe der neuen St.-Matthias-Kirche in Kettwig-Nord durch Weihbischof Dr. Hubert Luthe

18.—26. 10. 1980

Festwoche zum 150jährigen Bestehen der neuen St.-Peter-Kirche in Kettwig

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